Die Anfänge

Am 22.6.1924 fanden sich dreizehn sangesfreudige Männer zusammen, um das Schubert-Quartett im Saalbau „Aschwanden“ von Nieder-Ingelheim zu gründen, wo es schon zwei Männerchöre gab. Die Gründungsmitglieder waren:
Josef Aschwanden, Karl Glück, Georg Hilgert, Jilius Hillesheimer, Heinrich Kappel, Hans Mayer, Karl Römer, Karl Roos, Karl Schaurer, Heinrich Schuck, Otto Stritter, Franz Theuerkauf, Michael Weitzel.

Das Vereinslokal, das später den Namen „Zur Stadt Ingelheim“ erhielt, existiert heute nicht mehr; es lag im Saalgebiet anstelle des Wohnhauses „Im Saal“ Nr. 6.

Fahne mit Schuberts KopfLinks: Schubert-Kopf mit Lorbeeren und einem kleinen Wappen von Hessen-Darmstadt, zu dem Rheinhessen damals geFahne mit Wappenhörte.

Rechts: Ein frühes Modell der Kaiserpfalz Karls des Großen mit dem Wappen von Nieder-Ingelheim und dem Wahlspruch: „Im Lied bewahrt – treudeutsche Art!“. Er spiegelt den damaligen Zeitgeist wider. Die Standartenweihe erfolgte erst 1929.

 

Die Vereinsführung übernahm Karl Römer und die Chorleitung der damalige Lehrer Franz Bambach, der spätere erste Bürgermeister der 1939 vereinigten „Stadt Ingelheim am Rhein“.
Mit vollem Erfolg stellte sich, 25 Tage nach Vereinsgründung (16. Juli 1924), das Schubert-Quartett mit den Chören „Sonntag ist's“ und „Gretula“ der Öffentlichkeit vor. Der Auftritt erfolgte im Rahmen eines Kommers beim „Verein Deutscher Schäferhunde“, Ortsgruppe Ingelheim.

Der „junge Chor“ ersang sich 1925 in Wörrstadt und 1927 in Spießheim den 1. Klassenpreis bzw. 1. Preis, den Ehrenpreis und höchsten Ehrenpreis, sowie den Dirigentenpreis. 1925 wurden zusätzlich Konzerte in Stromberg (Kurhaus) und Simmern gegeben. Von 1928 bis 1933 bestritt das Schubert-Quartett Kreis- und Gau-Wertungssingen im Rahmen von Liedertagen in Elsheim, Gau-Algesheim, Ingelheim-Mitte, Frei-Weinheim und Partenheim. Diese Konzerte brachten dem Schubert-Quartett schon damals einen guten Ruf ein. Andererseits führten im Jahre 1929 politische Differenzen fast zum Untergang des jungen Chores.
Nach 1929 gab es einen zweimaligen Dirigentenwechsel: W. Speiser aus Aachen führte für kurze Zeit das Schubert-Quartett, bis er zu größeren Zielen nach Frankfurt berufen wurde. Anschließend übernahm der Mitbegründer und Vorsitzende Karl Römer selbst die Chorleitung.
Nachdem man sich in der Nazizeit einer Ingelheimer Chorgemeinschaft anschließen musste, die gleichfalls von Karl Römer geführt wurde, brachte der Zweite Weltkrieg durch den Militärdienst vieler Männer das Gesangsleben völlig zum Erliegen.