Nach dem Zweiten Weltkrieg

Begeisterung und Liebe zum Gesang ließen das Schubert-Quartett nach dem Krieg bald wieder erstehen. Der Neubeginn stand zeitweilig unter dem Chormeister Jean Adrian aus Offenbach (bis 1948) und dem 1. Vorsitzenden Otto Weitzel (1947–1975).
Im Jahr 1948 übernahm der Musikdirektor Wilhelm Ochs aus Wiesbaden die musikalische Leitung (1948–1975). Ihm ist es zu verdanken, dass das Schubert-Quartett in den 1950er und 1960er Jahren zu den bedeutenden Kulturträgern unserer Stadt gehörte. Durch öffentliche Konzerte, Verpflichtungen zu Festveranstaltungen, als ständiger Gastchor in Wiesbaden bei der Kurverwaltung und bei Reisen in die Partnerstädte im Auftrag der Stadt Ingelheim konnte das Schubert-Quartett sein hohes Leistungsniveau immer wieder unter Beweis stellen. In den Jahren 1976 bis 1983 waren die herausragendsten Ereignisse Besuche und Konzerte in den Ingelheimer Partnerstädten, Autun 1978 (Frankreich), Berlin­-Kreuzberg 1979 und Steveange 1983 (England).

Als Walter Watenphul den Vorsitz übernahm (1975–1995), geschah dies in einer Phase häufigen Dirigentenwechsels, der zu einem bedenklichen Zusammenschmelzen der Sänger führte: Wolfgang Groth (1976–1977), Bernhard Scheidt (1977–1980) und Alexander Schwinck (1980–1981). Durch die Verpflichtung von Musikdirektor Franz-Jürgen Dieter im Jahre 1981 ging es aber wieder aufwärts, und der Chor konnte unter dem neuen Leiter zu seiner früheren Qualität zurückfinden.

Natürlich wandelte sich der Stil seiner Liedauswahl entsprechend dem Geschmack von Sängern und Dirigenten auf der einen Seite, er passte sich aber andererseits auch den Wünschen der Zuhörer an. Von 1983 bis 1987 lag der Schwerpunkt des Männergesangvereins auf der Teilnahme an Wettstreiten. Es konnten immer wieder 1. oder 2. Preise, Dirigentenpreise Ehren­preise/Ehrensingen etc. erstritten werden. Der Höhepunkt dieser Periode war die Mitwirkung beim „Internationalen Sängerwett­streit Franz Schubert“ in Wien, wobei das Schubert-Quartett den 4. Platz belegte.